«Ich bin die Tür» – unter diesem Jahresmotto feiern wir an St. Stefan Amriswil das 20-jährige Jubiläum des St. Martinsfestes. Seit zwei Jahrzehnten öffnet sich dabei nicht nur die Tür zur Kirche, sondern auch eine Tür zu Begegnung, Gemeinschaft und gelebtem Glauben. Eine Person gehört untrennbar zu dieser Geschichte: Alfons Haag, der seit 20 Jahren am St. Martinsfest in die Rolle des heiligen Martin schlüpft. Mit viel Elan, Herzblut und sichtbarer Freude hat er diese Tradition über all die Jahre mitgetragen und geprägt. Auch das St. Martinsross kommt aus seinem Stall – mehrere Pferde haben in all den Jahren ihren ganz besonderen Teil zum Fest beigetragen. Zum Jubiläum geht nun eine neue Tür auf: Seine Enkelin wird erstmals Teil des St. Martinsfestes. Zwei Generationen, eine gemeinsame Geschichte – und ein Engagement, das weitergetragen wird.
Alfons, seit 20 Jahren verkörperst du den heiligen Martin am St. Martinsfest. Was hat damals die Tür zu diesem Engagement geöffnet – und was hält deinen Elan und deine Begeisterung bis heute lebendig?
Dank militärischer Reitausbildung und Reitsportbeteiligung im Reitverein erlangte ich einige Auszeichnungen, die bei Bijouterie Svec eingraviert wurden. Somit war mein Name bei Pablo Baumer bekannt und er schlug vor mich zu fragen, ob ich bereit wäre, den St. Martin zu sein. Seither bin ich Teil eines tollen St. Martin-Teams. Es ist mir wichtig, dass Traditionen erhalten bleiben. Die schönsten Momente sind, wenn ich als St. Martins-Reiter die vielen strahlenden Kinderaugen sehe. Das ist ein wunderschönes Erlebnis, das den Aufwand bei weitem überstrahlt.
Nun öffnet sich eine neue Tür: Deine Enkelin Romina ist erstmals mit dabei. Was bedeutet es dir, dieses Engagement mit ihr zu teilen? Und was hat dich, liebe Romina, motiviert, selbst Teil des St. Martinsfestes zu werden?
Meine Enkelin Romina besucht die Kirche Kunterbunt, besucht den Religionsunterricht und ist Pferdebegeistert. Mein Wunsch ist es, dass dieser schöne Brauch weiter besteht und ich möchte meine Verantwortung allmählich übergeben. Darum wird dieses Jahr Romina zum ersten Mal mit mir als junger St. Martin mitreiten.
Der heilige Martin hat eine Tür geöffnet, indem er geteilt und hingeschaut hat. Was bedeutet «Ich bin die Tür» für euch persönlich – und welche Türen möchtet ihr mit eurem Engagement auch künftig für andere öffnen?
Die Kirche St. Stefan ist lebendig und hat ein grosses Veranstaltungsangebot. Mit meinem Engagement möchte ich vor allem Familien mit kleinen Kindern dazu auch die Türe öffnen und ihnen das Martinsfest ans Herz legen.
Romina: "Ich habe die letzten Jahre immer zuschauen müssen, wie mein Opi als St. Martin reitet. Seit zwei Jahren gehe ich in die Reitstunden und möchte jetzt auch eine St. Martin auf dem Ross sein."
Herzlichen Dank für das Interview!