Quelle: Karin Schmid

Türen öffnen, Glauben entdecken und neue Wege gehen.

Eine Tür in einer alten Burgmauer lädt dazu ein, hindurchzugehen. Dahinter liegen Geschichte, Geschichten und vielleicht auch manche Geheimnisse. Für mich passt dieses Bild gut zu meiner Arbeit als Religionslehrperson und Verantwortliche von «Kirche Kunterbunt».

Ich möchte Türen öffnen und Räume schaffen, in denen Kinder und Familien eigene Erfahrungen mit dem Glauben machen können. Religionsunterricht bedeutet für mich nicht, alte Geschichten einfach weiterzuerzählen. Die Geschichten der Bibel werden lebendig, wenn sie mit unserem Leben heute in Berührung kommen – wenn Kinder fragen, staunen, ausprobieren und entdecken dürfen, was sie mit ihrem eigenen Leben zu tun haben.

Dabei sehe ich mich weniger als jemand, der fertige Antworten liefert. Vielmehr möchte ich den Boden bereiten, auf dem eigene Erfahrungen wachsen können.

Die Burg erinnert mich aber auch an ein altes Gottesbild: «Der Herr ist mein Fels und meine Burg.» Eine Burg gibt Schutz und Sicherheit. Gleichzeitig erzählt die Burgruine von einer Kirche im Wandel. Manche Traditionen verlieren an Bedeutung, vertraute Mauern bröckeln. Doch eine Ruine ist nicht nur Zeichen des Vergangenen: Zwischen den alten Steinen und auf den bestehenden Fundamenten kann Neues wachsen.

Vielleicht ist das die Einladung unseres Jahresmottos «Ich bin die Tür». Türen schaffen Räume, geben Schutz und eröffnen zugleich neue Wege. Sie laden dazu ein, einzutreten, aber auch Vertrautes zu verlassen. Sie öffnen den Weg zu neuen Erfahrungen, zu Begegnungen und vielleicht auch zu Gott.
 

Karin Schmid, Religionslehrerin
Erwachsenenbildung, Seniorenseelsorge & Teamleitung "Kirche Kunterbunt"